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In dieser Anleitung wird Schritt für Schritt die Installation einer ISDN-Karte FritzCard PCI unter Suse Linux 10 mit CAPI und die Einbindung in Asterisk beschrieben. Die Installation anderer ISDN-Karten von AVM, wie z.B. B1 PCI, C2 oder C4, unterscheidet sich lediglich durch den jeweils spezifischen AVM-Treiber. Andere Linux-Distributionen erfordern jedoch noch mehr oder weniger anspruchsvolle "Handarbeit".
Diese Anleitung setzt eine funktionsfähige Asterisk-Installation voraus.
ISDN-Karte und CAPI installieren
Bauen Sie die Fritz-Karte ein, und starten dann den Linux-Rechner. Suse wird die ISDN-Karte zwar sofort erkennen, trotzdem dürfen Sie die nachfolgend beschriebene Installation der AVM-Treiber keinesfalls überspringen!
Zunächst muss noch das Point-to-Point-Protocoll nachinstalliert werden:
yast -i ppp
Jetzt wird die ISDN-Karte samt CAPI20 installiert und konfiguriert. Starten Sie dazu das Yast-Programm:
yast
und wählen unter Netzwerkgeräte / ISDN / Bearbeiten den Capi2.0 Treiber aus. Landeskennziffer, Ortsvorwahl und Amtsvorwahl müssen nicht eingestellt werden, denn Asterisk verwendet eigene Parameter. Keinesfalls darf der Hisax-Treiber gestartet werden, denn er ist nicht kompatibel zu CAPI.
Bei ISDN-Karten anderer Hersteller, oder bei anderen Linux-Distributionen als Suse, muss möglicherweise noch capi4linux nachinstalliert werden.
Starten Sie jetzt den Rechner neu. Um zu prüfen, ob die Installation der IDSN-Karte und des CAPI-Layers erfolgreich war, geben Sie ein:
capiinfo
Wenn jetzt eine lange Liste mit Informationen über die ISDN-Karte und der Verfügbaren Protokolle erscheint, können Sie mit der Installation des Asterisk-Channel-Treibers fortfahren. Zur weiteren Diagnose können Sie mit dem Befehl lsmod prüfen, ob alle erforderlichen ISDN-Treiber geladen sind. Bei einer Fritzcard sind das die Module: fcpci, capi, capifs, kernelcapi und capiutil.
Manuelle Installation FritzCard und CAPI (optional)
Bei älteren SUSE-Versionen, anderen Linux-Distributionen oder anderen ISDN-Karten müssen Sie möglicherweise die ISDN-Karten-Treiber manuell nachinstallieren, wobei nebenbei auch die CAPI-Infrastruktur aktualisiert wird. Die jeweils neuesten AVM-Treiber gibt es hier. Solange AVM dort noch keine speziellen Treiber für Suse Linux 10 bereitstellt, können Sie notfalls auch die Treiber für Suse 9.3 verwenden. Aber Vorsicht: bei der SUSE Kernel Release 2.6.13 kann es Probleme geben! Mischen Sie übrigens unter keinen Umständen verschiedene ISDN-Plattformen, wie CAPI, mISDN, Hisax oder vISDN, denn sie sind weitgehend inkompatibel zu einander, und möglicherweise nur schwer wieder zu entfrernen!
Wenn Sie unter Windows auf den Linux-Rechner mit einer Samba-Freigabe zugreifen können, erstellen Sie im Verzeichnis /usr/src/ ein Unterverzeichnis mit dem Namen des Treibers, und kopieren Sie den entpackten Treiber hinein, also z.B. in das Verzeichnis /usr/src/fcpci-suse93-3.11-07 Alternativ kopieren Sie den heruntergeladenen Preiber nach /usr/src/ und entpacken ihn mit dem Befehl:
cd /usr/src
tar zxvf fcpci-suse93-3.11-07.tar.gz
Bei anderen Karten oder neueren Versionen muss natürlich der Dateiname entsprechend angepasst werden. Führen Sie jetzt die AVM-Installation aus:
cd fritz
./install
Wenn capiinfo keinen Fehler anzeigt, sind ISDN- und CAPI-Treiber korrekt installiert. Lösen Sie eventuelle Probleme, bevor Sie mit den nächsten Schritten dieser Anleitung fortfahren!
Asterisk CAPI-Channel installieren
Laden Sie sich den neuesten chan_capi-cm Channel-Treiber für Asterisk herunter, legen ihn unter /usr/src/ ab, und entpacken und installieren ihn:
tar zxvf chan_capi-cm-0.6.4.tar.gz
cd chan_capi-cm-0.6.4
make clean
make
make install
Kopieren Sie die Datei /usr/src/asterisk/chan_cpi-cm-0.6.3/capi.conf in das Verzeichnis /etc/asterisk.
Fügen Sie jetzt, z.B. mit dem Config-Editor des PBX-Managers, in der Datei /etc/asterisk/modules.conf am Ende die folgenden beiden Zeilen ein:
[global]
chan_capi.so=yes
Optional: Wenn in der Datei modules.conf der Parameter autoload=no eingestellt ist, oder falls man eine spezielle Modul-Reihenfolge erzwingen möchte, muss chan_capi mit der folgenden Zeile explizit geladen werden:
load => chan_capi.so
Wenn Sie kontrollieren möchten, ob chan_capi korrekt geladen wird, starten Sie Asterisk komplett neu und kontrollieren die Logfiles im Verzeichnis /var/log/asterisk. Für einen schnellen Test reicht auf der Asterisk-CLI-Ebene (asterisk -r) der Befehl:
show modules like capi
Wenn Sie das ISDN-Kabel an den NTBA anschließen und eine der MSNs anrufen, werden Sie auf der CLI-Evene (asterisk -rvvv) bereits eine Meldung über einen eingegangenen Ruf sehen können, der natürlich abgelehnt wird, weil in Asterisk noch kein Kontext dafür existiert.
Damit ist die Installation der ISDN-Karte abgeschlossen, und die weitere Verwaltung erfolgt menügeführt im PBX-Manager. Kontrollieren Sie dort auf jeden Fall mit dem Editor die Datei /etc/asterisk/capi.conf (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Datei /etc/capi.conf, die ausschließlich vom FritzCard-Treiber verwendet wird). Möglicherweise werden Sie dort unter incomingmsn=xxxx eine MSN eintragen wollen, falls Asterisk nur auf bestimmten MSNs antworten soll.
ISDN-Karte im PBX-Manager verwalten
Definieren Sie im Menüpunkt Trunks einen CUSTOM-Trunk für die ISDN-Karte. In einer kommenden Version des PBX-Managers wird es dafür einen vordefinierten CAPI-Trunk geben. Als Custom-Dialstring wird eingegeben:
CAPI/contr1/$/ob
Der Name contr1 steht für die Controller-Nummer, wie sie in der Datei /etc/asterisk/capi.conf definiert wurde, in diesem Beispiel also für die erste Karte.
Damit auch eingehende ISDN-Gespräche ankommen, öffnen Sie mit dem Configuration Editor die Datei capi.conf, und ändern Sie die Zeile context=capi-in wie folgt ab:
context=from-outside
Fügen Sie im Menü Eingehende Rufe eine neue Zeile mit der MSN-Nummer des ISDN-Anschlusses ein und wählen ein Skript aus, normalerweise Standard Extension (IP). Beachten Sie bitte, dass die Default-Zeile s nur für die Behandlung von Rufen ohne DID sorgt, also bei einem eingehenden ISDN-Ruf mit einer ISDN-DID den Ruf nicht annehmen würde!
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